Geschichte der Schule

Die Geschichte unserer Schule reicht bis in das Jahr 1838 zurück. Damals war David Hirsch, nach dem unsere Schule benannt wurde, der einzige Lehrer. Über die Jahrhunderte entwickelte sich die Schule von einer privaten zur staatlichen Schule und schließlich zur LVR-David-Hirsch-Schule mit modernem Gebäude in Aachen-Laurensberg und dem heutigen Angebot als Offene Ganztagsschule.

David Hirsch: Namensgeber und erster Lehrer

Die Wurzeln der heutigen LVR-David-Hirsch-Schule reichen bis zum 18. April 1838 zurück, als sie unter dem Namen "Private Taubstummenanstalt Aachen" gegründet wurde. Der einzige Lehrer in dieser Anfangszeit war David Hirsch. Die Gründung ging auf die Initiative von Dr. Karl Gustav Klapper, dem Vater eines taubstummen Mädchens, und Schulrat Dr. Anton Gottfried Claessen zurück.

Von Anfang an war die Schule stark auf die finanzielle Unterstützung privater Förderer angewiesen. Dank des Engagements von Dr. Klapper konnte bereits am 25. August 1840 der "Verein zur Beförderung des Taubstummenunterrichts Aachen" ins Leben gerufen werden, welcher bis heute als "Verein Gehörlosenhilfe zu Aachen e. V." existiert.

Die Entwicklung zur staatlichen Schule

Nach dem Weggang David Hirschs nach Rotterdam im Jahr 1847 geriet die Schule in eine Krise. Erst 1852 konnte mit der Einstellung des Lehrers Wilhelm Linnartz ein Neuanfang gestartet werden, der die Schule erfolgreich ausbaute. Im Jahr 1862 besuchten bereits 25 Schüler die Anstalt.

Ein Meilenstein war das Jahr 1863, in dem die Schule ein eigenes Gebäude "An der Schanz" beziehen konnte. Die Schülerzahlen stiegen kontinuierlich: von 40 Schülern im Jahr 1870 auf 75 im Jahr 1880.

1886 wurde die Schule zur Provinzial-Taubstummenschule erhoben und dem Königlichen Provinzialschulkollegium mit Sitz in Koblenz unterstellt. Im Jahr 1893 wurde sie schließlich zu einer staatlichen Schule. Die private Förderung wurde eingestellt.

Nikolaus Schenetten

Im Jahr 1922 wurde Nikolaus Schenetten Direktor der Provinzial-Taubstummenanstalt zu Aachen. Mit großem persönlichen Engagement setzte er sich für das Wohl seiner Schüler*innen und für die Schule ein.

Der zweite Weltkrieg traf die damalige Schule "An der Schanz" schwer. 1943 wurde das Gebäude durch einen Fliegerangriff erheblich beschädigt, im April 1944 durch einen weiteren Angriff völlig zerstört. Nikolaus Schennetten wurde mit einem großen Teil der Schüler*innen nach Kempen/Niederrhein evakuiert. Er musste dort innerhalb kürzester Zeit für rund 60 Kinder Räume beschaffen und für Kost und Pflege sorgen.

Ende des Jahres 1945 kehrte die Schule nach Aachen zurück in das alte Gebäude "An der Schanz", das zunächst notdürftig repariert wurde. Dort schaffte er es, trotz der schwierigen Zeit unter der damaligen Militärregierung, selbst entwickelte, neue Lehrpläne und Lehrbücher vorzulegen und von ihr genehmigen zu lassen, so dass die Unterrichtsarbeit erfolgreich wieder starten konnte.

Schenettens Tochter, Dr. Marga Kossmann, stiftete im Jahr 2000 den nach ihrem Vater benannten Nikolaus-Schennetten-Preis. Dieser wird einmal im Jahr für besondere Leistungen einzelner Schüler*innen oder von Schüler*innengruppen (zum Beispiel für eine besondere Projektleistung) vergeben.

Wiederaufbau unter Karl Biagoni

Nachfolger von Nikolaus Schenetten wurde Karl Biagioni. Durch seinen großen Einsatz wurde der notwendige Wiederaufbau vorangetrieben, sodass bereits 1951 ein neues Schulgebäude an der alten Stelle "An der Schanz" eingeweiht werden konnte.

Nach der Auflösung der Rheinprovinz im Jahr 1945 übernahm ab 1953 der Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Trägerschaft der Aachener Gehörlosenschule.

Unter der Leitung von Otto Bunsen erfuhr die Schule in den 70er und 80er Jahren eine entscheidende Erweiterung: Es kamen ein Kindergarten, eine Pädaudiologische Beratungsstelle (heute Audiologisches Zentrum) und eine Abteilung für schwerhörige Schüler*innen hinzu. Bunsen initiierte außerdem die wichtige Zusammenarbeit mit der HNO-Klinik der RWTH-Aachen und dem "Verein Gehörlosenhilfe".

1980 bis heute: Modernes Gebäude in Aachen-Laurensberg

Da die Schule 1973 bereits 240 Schüler zählte, wurde ein Schulneubau unabdingbar. Im Jahr 1980 konnte das moderne Schulgebäude im Schulzentrum Aachen-Laurensberg an der Vetschauer Straße eingeweiht werden. Seit 2006 ist die LVR-David-Hirsch-Schule eine Offene Ganztagsschule (OGS).

Anlässlich des 175-jährigen Jubiläums im Jahr 2018 produzierten Schüler*innen ein Video über die Geschichte ihrer Schule.