Über unsere Schule

Kinder und Jugendliche mit einer Hörschädigung zu förden, sie in ihrer Individualität zu stärken und auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten, sehen wir als unsere Hauptaufgabe.

Drei Kinder arbeiten an einem Hochbeet mit jungen Gemüsepflanzen.

Unsere Schule

Unser Ziel als Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation ist es, die Entwicklung einer eigenen, stärkebezogenen Identität unserer Schüler*innen zu fördern und ihre sprachlich-kommunikativen Fähigkeiten auszubauen. Unsere zentralen Arbeitsbereiche sind Frühförderung , Kindergarten , Unterricht in den Klassen 1 bis 10 in der Primarstufe und der Sekundarstufe I , Gemeinsames Lernen sowie Beratung im Audiologischen Zentrum .

Soziales Miteinander stärken

Da die Anfahrtswege zur Schule oft lang sind, bleibt den Schüler*innen zu Hause manchmal wenig Zeit für Freundschaften. Die Schule übernimmt hier eine soziale Verantwortung. Wir bieten diesen Kindern einen wichtigen Raum für soziale Kontakte und Gemeinschaft.

Hörgeschädigte Schüler*innen erleben sich an der LVR-David-Hirsch-Schule nicht als Außenseiter*innen, nicht als Menschen mit Behinderung. Das Tragen von Hörgeräten oder Cochlea-Implantaten ist hier normal. Kommuniziert wird untereinander in einer Variation aus laut- und/oder gebärdensprachlichen Formen, wie es die jeweiligen Gesprächspartner*innen benötigen. Eine Hörbehinderung stellt hier kaum eine Kommunikationshürde dar. Während viele hörgeschädigte Menschen in einer hörenden Umwelt ausgeschlossen sind oder sich ausgeschlossen fühlen, sind hier soziale Beziehungen und Kommunikationssituationen barrierefrei möglich. Der Umgang mit Peers – Menschen mit dem gemeinsamen Merkmal Hörschädigung – bietet so an unserer Schule zahlreiche Möglichkeiten, trotz Hörschädigung kommunikative und soziale Kompetenzen zu erwerben.

Eine Schule – viele Sprachen

An der LVR-David-Hirsch-Schule arbeiten unter anderem Menschen, die selbst hörgeschädigt sind. Sie sind Rollenvorbilder und unterstützen so die Identitätsbildung der schwerhörigen und gehörlosen Schüler*innen. Gebärdensprache wird in ihren unterschiedlichen Formen eingesetzt: Deutsche Gebärdensprache (DGS), Deutsch mit Lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG) und Deutsch mit Lautsprachunterstützenden Gebärden (LUG).

Im Fach Hörgeschädigtenkunde thematisieren wir darüber hinaus der Umgang mit der eigenen Hörschädigung, (Gebärden)Sprache sowie das eigene Selbstbild als gehörloser oder schwerhöriger Mensch.

Kommunikation, die passt

Wir möchten jedes Kind bestmöglich fördern und ihm die Kommunikationsform ermöglichen, die am besten funktioniert. Kinder, die trotz intensiver Unterstützung nur schwer sprechen lernen und denen Gebärdensprache im Elternhaus fehlt, brauchen unsere besondere Hilfe. Wir sorgen dafür, dass sie eine geeignete Kommunikationsform entwickeln und nutzen können.

An der LVR-David-Hirsch Schule werden viele unterschiedliche Laut- und Gebärdensprachen gesprochen. Einige davon zeigen die Schüler*innen im Video:

Therapeutische Angebote

Die LVR-David-Hirsch-Schule arbeitet mit einer Praxis für Logopädie und einer Praxis für Ergotherapie zusammen, die in Abstimmung mit dem Schulträger in der Schule Therapien anbieten. Diese werden über ärztliche Verordnungen abgerechnet. Es handelt sich dabei um ein Angebot, bei dem die Eltern entscheiden, ob sie es annehmen. Die Therapieeinheiten finden während des Unterrichts oder während der OGS-Betreuung in enger Abstimmung mit den Lehrkräften bzw. dem OGS-Personal statt. Den Kindern werden durch die in den Schulalltag integrierten Therapie-Einheiten Termine am Nachmittag – im Anschluss an den langen Schultag – erspart.

Das Kollegium der LVR-David-Hirsch-Schule

An unserer Schule arbeitet ein multiprofessionelles Team aus etwa 50 Kolleg*innen vertrauensvoll zusammen. Alle Lehrkräfte haben die Qualifikation als Sonderpädagog*innen mit den Fachrichtungen Gehörlosen- oder Schwerhörigenpädagogik beziehungsweise Hören und Kommunikation. Unterstützt wird das "Stammkollegium" durch Lehramtsanwärter*innen, die wir in Kooperation mit den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZsfL) in Jülich und Siegburg regelmäßig ausbilden. Von der Universität zu Köln werden uns jeweils für die Dauer eines Semesters Studierende im Praxissemester zugewiesen.

Mehrere Integrationshelfer*innen unterstützen einzelne Schüler*innen im Schulalltag. Des weiteren werden über unseren Schulträger, den Landschaftverband Rheinland (LVR), Mitarbeitende im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes und des Freiwilligen Sozialen Jahres sowie Praktikant*innen im Anerkennungsjahr eingesetzt.

Im Nachmittagsbereich betreuen Sozialpädagog*innen und Erzieher*innen die Kinder, die am Angebot der Offenen Ganztagsschule (OGS) teilnehmen. Sie werden durch Ergänzungskräfte unterstützt.

Unsere Schüler*innen

An der LVR-David-Hirsch-Schule unterrichten wir etwa 120 Kinder und Jugendliche in elf Klassen der Klassenstufen eins bis zehn. Die Klassengröße liegt zwischen sechs und 14 Schüler*innen. Die Zusammensetzung der Klassen orientiert sich an Alter, Hörstatus, Kommunikationsfähigkeit und kognitiver Entwicklung. Teilweise werden Klassen auch jahrgangsübergreifend zu Lerngruppen zusammengefasst.

Hinzu kommen noch etwa 120 Schüler*innen, die wir im Rahmen des Gemeinsamen Lernens begleiten.

Unser Schulzuständigkeitsbereich

Für die Bereiche Frühförderung, Kindergarten, Unterricht, Gemeinsames Lernen und Beratung ist die LVR-David-Hirsch-Schule zuständig für alle Kinder und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation mit einem Wohnsitz in folgenden Kreisen und Regionen:

  • Städteregion Aachen

  • Kreise Düren und Heinsberg

  • Teile des Kreises Euskirchen (Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Nettersheim, Schleiden)

  • Deutschsprachige Gemeinschaft in Ostbelgien