Primarstufe

Die Primarstufe (Grundschule) der LVR-David-Hirsch-Schule Aachen fördert hörgeschädigte Kinder in kleinen Klassen. Der Unterricht folgt dem Lehrplan der allgemeinen Schulen und bei Bedarf den Förderplänen der Bildungsgänge Lernen oder Geistige Entwicklung.

Zwei Grundschülerinnen malen konzentriert mit Wasserfarben.

Die Grundschule der LVR-David-Hirsch-Schule Aachen

In der Primarstufe – unserer Grundschulstufe – unterrichten wir Kinder mit einem Förderbedarf im Bereich Hören und Kommunikation. Unsere Schüler*innen sind gehörlos, schwerhörig, tragen ein Cochlea-Implantat (CI) oder haben eine Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS). Der Unterricht orientiert sich an den Lehrplänen der allgemeinen Grundschule und unseren schulinternen Lehrprogrammen. Schüler*innen mit einem erweiterten Förderbedarf unterrichten und fördern wir in den Bildungsgängen Lernen oder Geistige Entwicklung.

Die Schuleingangsphase

Die Aufnahme in die Grundschulstufe erfolgt zum ersten Schuljahr oder zu einem späteren Zeitpunkt, beispielsweise wenn ein Kind an der allgemeinen Grundschule im Rahmen des Gemeinsamen Lernens nicht mehr ausreichend gefördert werden kann. Die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen besteht in beide Richtungen. Das bedeutet: Auch die Möglichkeit einer inklusiven Beschulung unserer Schüler*innen an einer wohnortnahen Grundschule behalten wir stets im Blick.

Die Grundschulzeit umfasst vier bis fünf Schuljahre. Wie an der allgemeinen Grundschule besteht auch bei uns die Möglichkeit, die Schuleingangsphase (1. und 2. Klassenstufe) in insgesamt drei Jahren zu durchlaufen. Da das Lesen- und Schreibenlernen für Kinder mit einer Hörschädigung besonders herausfordernd ist, benötigen einige hierfür mehr Zeit und Unterstützung. Ein zusätzliches Jahr in der Schuleingangsphase ermöglicht ihnen bei Bedarf, den Lernstoff in ihrem persönlichen Tempo zu erarbeiten.

Kleine Klassen und individuelle Lerngruppen

Wir fördern individuell und in kleinen Lerngruppen. Die Klassengröße liegt zwischen acht und dreizehn Kindern. Neben der Wissensvermittlung und der Entwicklung sozialer Kompetenzen ist es unser zentrales Anliegen, unsere Schüler*innen in ihren kommunikativen Ausdrucksmöglichkeiten zu stärken und zu fördern. Die Kommunikation findet entsprechend der individuellen Bedürfnisse in Laut- und/oder Gebärdensprache statt. Dabei werden die Voraussetzungen bezüglich Hörstatus und Sprachentwicklung eines jeden Kindes berücksichtigt.

Wir bieten optimale Kommunikationsbedingungen durch den Unterricht im Halbkreis und eine gute Raumakustik. Alle Klassenräume sind mit einer Höranlage ausgestattet, die für eine gute Sprachübertragung sorgt. Eine starke Visualisierung der Lerninhalte, hörgeschädigten-spezifische Methodik und ein gezielter Sprachaufbau zeichnen unseren Unterricht aus. Die Hörgeräte und Cochlea-Implantate werden regelmäßig von einem Akustiker kontrolliert.

Wie auch an allgemeinen Grundschulen lernen unsere Schüler*innen unterschiedliche Arbeitsformen und Unterrichtsmethoden kennen und werden zu selbstständigem Arbeiten erzogen. Mittlerweile verfügen die meisten unserer Klassenräume über eine digitale Tafel. Die Kinder werden auch an das Lernen mit dem iPad herangeführt.

Durch die Zusammenarbeit unserer Schule mit Logopäd*innen und Ergotherapeut*innen besteht für die Kinder die Möglichkeit, entsprechende Therapien während des Schulvormittages oder der OGS-Zeiten in Anspruch zu nehmen.

Besondere Unterrichtangebote innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers

Das Lernen in Projekten und an außerschulischen Lernorten hat bei uns einen hohen Stellenwert. Wir organisieren Theater- und Museumsbesuche und machen Ausflüge auf den Bauernhof und in den Tierpark. Im Laufe der Grundschulzeit bieten wir unseren Schüler*innen außerdem ein auf die Klasse individuell zugeschnittenes Sozialtraining, einen Erste-Hilfe-Kurs und therapeutisches Reiten an.

Wir verfügen über eine gut ausgestattete Schulbücherei, ein Lehrschwimmbecken, eine Gymnastikhalle, einen Schulgarten und eine große Küche, die wir als Lernorte nutzen. Mit dem 4. Schuljahr führen wir ein speziell für Kinder mit Hörschädigung entwickeltes Trainingsprogramm zur Prävention gegen Missbrauch durch. Gemeinsame Aktionen am Vorlesetag und am Tag der Gebärdensprache gehören ebenso in die Grundschulzeit wie die Bundesjugendspiele und Klassenfahrten.

Wiederkehrende Feste im Jahreskreis, wie die Einschulungsfeier, das Martinsfest, Nikolaus und Karneval sind Bestandteile unseres Schullebens und werden mit allen Grundschulklassen gemeinsam begangen und von diesen mitgestaltet.

Wie geht es nach der 4. Klasse weiter?

In Klasse 4 erhalten die Schüler*innen zusätzlich zum Halbjahreszeugnis eine schriftliche Empfehlung für die weitere Schullaufbahn. In einem Beratungsgespräch wird gemeinsam mit den Eltern nach der geeigneten weiterführenden Schule gesucht. Die Beratung orientiert sich an der individuellen Entwicklung sowie an den persönlichen Wünschen und Vorstellungen von Kind und Eltern.

Es besteht nach Klasse 4 grundsätzlich die Möglichkeit, an der LVR-David-Hirsch-Schule zu bleiben und deren Sekundarstufe I zu besuchen oder auf eine andere Schule zu wechseln. Dies kann eine allgemeine weiterführende Schule sein, in der das Kind im Rahmen des Gemeinsamen Lernens von einer Kollegin unserer Schule weiterhin begleitet werden kann. Eine weitere Möglichkeit ist der Wechsel zur Rheinisch-Westfälischen Realschule in Dortmund (LWL-Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation). Dort wohnen die Schüler*innen während der Woche im Internat.